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5. Mai 2017 - 1 Kommentar.

Die Sache mit den Luxusmarken…

....musste ich mal was los werden, was mir schon einige Zeit "unter den Nägeln" brennt.

Was ist denn daraus geworden, dass ich, wenn ich mehr bezahle, auch mehr Qualität und bessere Dienstleistung bekomme?

Wer mir auf Instagram und Facebook folgt, hat sicherlich zur Kenntnis genommen, dass ich vor gar nicht allzu langer Zeit in Paris war. Eins vorweg: eine wunderschöne Stadt und immer wieder eine Reise wert.
ABER: Gefühlt im Epizentrum der High-Fashion steuerte ich auch, alleine schon zu "Recherche-Zwecken" (naja, ganz ehrlich, ich hatte auch Geburtstag...), diverse Luxus-Stores an. Und jetzt kommt es: Ich stand davor in einer Schlange, musste auf Einlass warten, dann an einem Türsteher vorbei, der mich die Mini-Clutch (ebenfalls von einer Luxusmarke) öffnen liess. Zack- Luxus-Feeling vorbei. Da werde ich in manchem H&M, Zara & Co. Shop besser behandelt. Ich habe daraufhin, trotz Kaufabsicht eines lang ersehnten Klassikers, die Geschäfte verlassen.

Nun mag der aufmerksame Leser sich fragen, ob dies wohl etwas mit Sicherheit zu tun hat. Ich denke, was in eine Clutch passt, könnte ich theoretisch auch unterm Rock verstecken- und den musste ich nicht heben. 

Ähnliches ist mir auch schon in deutschen Städten passiert: Verkäufer in den Shops extrem blasiert, wenig kompetent in Fach- und Warenkunde; und noch nicht einmal ein Getränk angeboten, während man drauf und dran ist, eben mal ein Monatsgehalt eines Durchschnitts-Verdieners in Deutschland auf den Tisch zu legen. 

Und dann kommen wir noch zur Qualität: Die Klassiker werden immer teurer, während die Haltbarkeit der Artikel zu wünschen übrig lässt. Geschweige denn, dass oftmals die Produktionsstätten nicht transparent sind. 

Was ist aus: Viel kostet viel geworden? 

Steht tatsächlich noch der Kunde und die Qualität im Mittelpunkt, oder geht es nur noch um die zur Schaustellung der Marken in (oftmals) immer schlechter werdenden Qualität und temporären, vergänglichen, Designs, damit man gezwungen ist, zur nächsten Saison wieder viel Geld auszugeben?

Versteht mich nicht falsch: Ich bin absolut fashionabhängig und absolut markenaffin; ich hinterfrage aber dennoch, ob ich immer "Value for Money" bekomme und auch, ob die Entwicklung der letzten Jahre noch in Relation steht.

Nun habe ich natürlich den Vorteil, quasi als "Fachfrau" (Schneider- und Design-Ausbildung), die Qualität eher prüfen zu können, als ein Laie. Was bleibt diesem denn, als zu glauben, dass Marke gleich Qualität bedeutet? Wir alle sparen Monate oder viell. auch Jahre auf das Objekt unserer Begierde, um dann im Geschäft festzustellen, dass es sich auch hier um ein Massenprodukt handelt!? Einerseits, weil die Verkäufer uns schlecht beraten (oder sich keine Zeit für die Beratung nehmen), oder weil wir bemerken, dass die Artikel unschön aus Klarsicht-Plastiktüten, wie beim Online-Versand eines Katalog-Hauses gezogen werden. Ich weiss nicht, wie es Euch geht, aber ich habe immer davon geträumt, dass meine Taschen und Schals von Beginn an in weichen Stoffsäcken und Seidenpapier "geschlafen" haben.

Ich wünsche mir, dass es wieder mehr um die Qualität des Produktes geht und dass der Kunde im Mittelpunkt steht. Dass die Luxushäuser sich wieder auf das besinnen, worum es geht: Die hochwertigen und kreativen Kollektionen, die uns inspirieren und zum Träumen bringen und nicht um Party-Fotos auf Instagram und Co. Ihrer derzeitigen Chef-Designer. Ich möchte gerne Kleider und Taschen und Schuhe kaufen, an denen ich über JAHRE Freude haben könnte, wenn ich sie entsprechend pflege.

Und bis dahin empfehle ich allen, sich auch mal bei den kleinen Manufakturen und Jung-Designern umzuschauen. Hier bekommt man noch was in die Tasche fürs Geld- und ein gutes Treatment noch dazu.

Herzlichst

YU